Inzwischen wohnen wir knapp über 4 Monate in unserem Haus und immer wieder erreichen uns Anfragen, was denn mit unserem Hausbauprojekt geworden ist. Wir haben die Interessierten bislang vertröstet, da wir zunächst noch abwarten wollten, wie sich die noch offenen Arbeiten und Mängelbeseitigungen am Haus entwickeln. So lange haben wir bewusst keinen Beitrag verfasst.

Ursprünglich sollten alle Mängel spätestens 4 Wochen nach Abnahme am 01.07.2016 beseitigt sein. Bis dahin ist aber so gut wie nichts passiert und wir haben schließlich eine Frist bis KW 42 gesetzt, um die bei der Abnahme festgelegten Punkte zu bearbeiten. Nun haben wir Mitte KW 43 und es ist Zeit, Bilanz zu ziehen:

Zunächst einmal: Es ist ein tolles Gefühl, im eigenen Haus zu wohnen. Besonders genießen wir die Ruhe und die Möglichkeit, sich ganz individuell zu entfalten und eigene Ideen und Wünsche auf dem Grundstück und im Heim zu verwirklichen. Wir haben inzwischen viel geschafft: Der Garten ist strukturiert, die meisten Kisten sind ausgepackt und nach und nach finden die letzten Schränke und Lampen ihren Platz. Wir fühlen uns schon richtig Zuhause und manchmal, wenn wir es schaffen die Füße ganz still zu halten und einfach mal nichts zu tun, fühlt es sich hier fast ein wenig wie Urlaub an.

Die Liste der Punkte, die durch die Hausbaufirma nach Abnahme das Hauses noch abzuarbeiten war, war ziemlich lang. Es sollen nicht alle  Punkte hier aufgeführt werden, die wichtigsten und größten offenen Themen sind bis heute aber noch die folgenden:

  • Das Vordach ist nach wie vor nicht fertig gestellt
  • Ein Treppengeländer haben wir immer noch nicht
  • Bei unseren großen Wohnzimmerfenstern hat sich herausgestellt, dass diese so eingebaut wurden, dass sie in der Mitte durchhängen. Die damit verbundenen Probleme (Kasten des Rollladenpanzers schließt nicht bündig, die Fenster schleifen inzwischen und verursachen unangenehme Geräusche und hinterlassen schwarze Gummistriemen am Rahmen, die Rollläden kommen schief unten auf dem Boden an – an statische Themen mögen wir noch nicht einmal denken….) werden nach und nach immer deutlicher
  • Die Führungsschienen der Rollläden sind nicht die passenden. Durch offensichtlich zu großes Spiel vom Rollladen zur Führungsschiene wellen sich die Panzer zusehends mehr und geben damit ein sehr sehr unschönes Gesamtbild
  • Die Arbeiten an unserer Sichtmauer sind nach wie vor nicht abgeschlossen: Der Sockel ist nicht fertig gestrichen, die Abdeckung fehlt immer noch. Das Provisorium trotzt nun schon Monate Wind und Wetter und die Mauer wird dadurch sicher nicht besser
  • Zwischen Garage und Hauswirtschaftsraum klafft nach wie vor ein halb aufgestemmtes Loch. Ursprünglich sollte hier das Pflaster der Garage bis an die Fliesen im Hauswirtschaftsraum herangeführt werden. Damit gab es schlussendlich aber Probleme und seither zeichnet sich niemand verantwortlich, die Arbeiten fertig auszuführen. Neben dem Zug, der unter der Tür kalte Luft ins Haus strömen lässt, fühlen sich Mäuse offensichtlich auch magisch angezogen, diese Pforte als Eintritt in unser Haus zu nutzen.
  • In unserem Haus wurde, wie wir kurz nach dem Einzug festgestellt haben, keine Zirkulationsleitung für das Warmwasser verbaut. Dies führt dazu, dass wir im WC im Erdgeschoss ca. 40 Sekunden und im Bad im OG zum Teil über 60 Sekunden bei voll aufgedrehtem Heißwasser warten müssen, bis allmählich warmes Wasser ankommt. Was das in Litern bedeutet und wie oft man am Tag mal warmes Wasser im Bad benötigt, kann sich sicher jeder selbst ausmalen. Ein Nachrüsten dieser Zirkulation ist nahezu unmöglich und auch wenn die Zirkulationsleitung etwas Strom verbraucht, steht aus unserer Sicht der mangelnde Komfort und die immense Wasserverschwendung in keinem Verhältnis dazu.
  • Der Abschluss unseres Garagendaches ist schief und mit einer deutlich unterschiedlich dicken Endfuge ausgebildet. Dort wo eigentlich der Klinker bis unter die Attika reichen sollte, befindet sich nun ein relativ breiter Strich – auch noch in einem Ockerton gehalten -, der das Gesamtbild der Garage erheblich beeinträchtigt.

Es wurden an nahezu allen offenen Punkten kleinere Arbeiten vorgenommen oder erste Schritte eingeleitet. Fertig geworden ist aber so gut wie keine der offenen Arbeiten; zum Teil stellte sich auch heraus, dass Mängel kaum oder nur unter enormem Aufwand und leider aus Erfahrung auch oft nur unter Beschädigung anderer Dinge behoben werden können. Im Ergebnis werden wir bei mehreren, uns wichtigen Punkten, dauerhaft mit einem Kompromiss leben müssen.